Neun Jahre Englischunterricht in der Schule sind genug. Sollte man meinen. Und doch fehlt vielen von uns im Englischen oft die letzte Sicherheit. Wir ahnen, dass wir uns manchmal fehlerhaft ausdrücken, können den Fehler aber nicht genau benennen. Hier sind zehn weitere klassische Patzer, wie sie Deutschen im Englischen gerne unterlaufen, dazu jeweils ein Vorschlag, wie man sie vermeiden kann.

 

• „Politik“ heißt auf Englisch „politics“. „Die Politik“ ist aber „government“ oder „the government“. „Politikberichterstattung“ ist „government affairs coverage“ oder so ähnlich. „Aktuelles“ heißt „current affairs.
• „Ich wohne seit sechs Jahren in München“ heißt „I have been living in Munich for six years“ oder „It has been six years since I have been living in Munich“ – aber nicht anders. „Ich habe mal sechs Jahre in München gewohnt“ heißt „I lived in Munich for six years.“ „Seit“ übersetzt man übrigens mal mit „since“, mal mit „for“. Bezieht sich „seit“ auf einen ZeitRAUM, setzt man „for“, bezieht es sich auf einen ZeitPUNKT, sagt man „since“. „Ich wohne seit 2007 in München“ heißt also „I have been living in Munich since 2007“
• „Ich komme aus Bayern“ heißt „I am from Bavaria“, nicht „I come from Bavaria“ (und schon gar nicht: „I am coming from Bavaria“).
• „Ich segle gerne“ heißt „I like to sail“. Die Wendung drückt aus, daß derjenige regelmäßig segeln geht. Soll ausgedrückt werden, daß derjenige Segeln einfach nur einen schönen Zeitvertreib findet, aber nicht, ob er es regelmäßig tut, sagt man „I like sailing“.
• „Segeln Sie gerne?“ heißt „Do you like to sail?“. „Möchten Sie segeln?“ heißt „Would you like to sail?“ Letztere Frage bezieht sich in der Regel auf ein konkretes Angebot in der unmittelbaren Zukunft, nicht auf eine allgemeine Vorliebe. Zum besseren Merken kann man sich ins Gedächtnis rufen, daß „möchte“ eigentlich heißt „mögen würde“. Entsprechend muß da, wo im Deutschen „möchte“, also der Konjunktiv von „mögen“ steht, im Englischen „would like to“ stehen, denn das ist der (zusammengesetzte) Konjunktiv von „to like to“.
• „Warum tun Sie das nicht?“ heißt „Why don’t you do that?“. Die Wortstellung des Hauptsatzes „Sie tun“/“you do“ wird beim Fragen im Deutschen ebenso wie im Englischen umgekehrt.
• „Sie rufen mich an, ja?“ heißt „You’ll call me, won’t you?“ Da es im Englischen - anders als im Deutschen – kein futurisches Präsens gibt, muß das Futur stehen („you will“ oder „you’ll“). Die rhetorische Abschlußfrage „...ja?“ drückt man im Englischen durch eine verneinte Frage aus.
• Etwas subtiler (und etwas umgangssprachlicher): „Sie rufen mich doch an, oder?“ heißt: „You will call me, will you?“. Dabei liegt der Ton des abschließenden „you“ UNTER dem des unmittelbar vorangehenden „will“. So wird ausgedrückt, daß es sich nicht um eine echte Frage handelt.
• „Wir sehen uns“ heißt „I’ll see you“, nicht „we’ll see ourselves“ oder gar „we see us“ (alles schon dagewesen!). Die Ich-Form mag dem deutsche Sprecher allzu selbstbezogen vorkommen, das empfinden Englischsprecher aber anders.
• Der Unterschied zwischen Adjektiven und Adverbien, den es im Deutschen kaum gibt, schleift sich im Englischen (vor allem in den USA) zur Zeit ab, wirksam ist er trotzdem noch, deshalb gehört zum guten Englischen, „good“ nicht mit „well“ zu verwechseln und so weiter. Adverbien enden in der Regel auf „-ly“ und beziehen sich auf Verben, auf Adjektive oder andere Adverbien, Adjektive dagegen auf Substantive.

Diese und andere Hilfen und Empfehlungen für ein besseres Geschäftsenglisch finden Sie in unserem Leitfaden „Das kleine 3x3 des Business English“, das Sie kostenlos als pdf herunterladen können. Unter dem Menüpunkt „Downloads" finden Sie auch unsere anderen Leitfäden „Das kleine 3x3 der Kommunikation“, „Das kleine 3x3 der Krisenkommunikation“ und „Das kleine 3x3 der Rhetorik“ auf Deutsch und Englisch.