Neun Jahre Englischunterricht in der Schule sind genug. Sollte man meinen. Und doch fehlt vielen von uns im Englischen oft die letzte Sicherheit. Wir ahnen, dass wir uns manchmal fehlerhaft ausdrücken, können den Fehler aber nicht genau benennen. Hier sind zehn klassische Patzer, wie sie Deutschen im Englischen gerne unterlaufen, dazu jeweils ein Vorschlag, wie man sie vermeiden kann.


• Kein „wanna“, „gonna“ oder „gotta“ – Kontraktionen (Zusammenziehungen) gehören der (niederen) Umgangssprache an und haben in einer Präsentation nichts verloren (Gleiches gilt übrigens für „guy“: Das heißt so viel wie „Typ“ oder „Kerl“; richtig ist in der Einzahl „gentleman,“ „person“, „individual“ oder auch „the one“, in der Mehrzahl „gentlemen“, „people“, allenfalls noch „folks“).
• .„Muß“ übersetzt man „nie nicht“ mit „must“, denn das klingt wie eine Verurteilung zu Haft oder Strang. Auch „have to“ ist meistens deplaziert. Sagen Sie stattdessen „will...“ – nein, nicht „...have to“, sondern „will need to“.
• Die Verlaufsform („-ing“) hat eine klare Aufgabe: Sie bezeichnet Handlungen, die im Augenblick des Sprechens stattfinden. „Every day, I am going to the office“ ist also falsch. Richtig ist hier: „Every day, I go to the office.“
• „Place before time“! Im Englischen steht die Bezeichnung des Ortes vor der Bezeichnung der Zeit – im Deutschen ist es umgekehrt. „I will go to London tomorrow“ ist richtig, auf deutsch sagt man: „Ich fahre morgen nach London.“
• „I could“ heißt ganz überwiegend „ich könnte“, nicht „ich konnte“, obwohl das grammatisch möglich wäre. „We could delight the customer“ heißt demnach: „Wir könnten den Kunden entzücken.“ Für „Wir konnten den Kunden entzücken“, müssen wir sagen: „We were able to delight the customer“. Noch besser ist es, die Sprache zu entschwurbeln und einfach zu sagen: „We delighted the customer.“ (Das ist auch im Deutschen besser!)
• Relativpronomina wie „der“ oder „das“ sind im Englischen oft entbehrlich. „Der Mann, den ich getroffen habe“ kann man wiedergeben als „The man I met“, aber auch „The man whom I met“, ebenso „Das Buch, das ich gelesen habe“ mit „the book I read“ oder auch „the book which I read“. „What“ verwendet man als Relativpronomen fast nur im Akkusativ, also „This is what we agreed on“ oder „I know what to do“, aber nicht: „I have six weeks of vacation, what makes me happy“. Da muß „which“ stehen. Wichtig: „which“ bezeichnet niemals einen Menschen, und „who“ niemals eine Sache!
• Ein Komma steht im Englischen dann vor einem Relativpronomen, wenn der Relativsatz für das Verständnis des Hauptsatzes entbehrlich ist. Also „Our agreement, which I am very happy about, will be finalised next week“.
• „To get“ ist meistens umgangssprachlich. Für „werden“ ist „to become“ besser, für „erhalten“ „to receive“ oder je nach Sinnzusammenhang auch „to achieve“.
• Wenn eine Handlung in der Zukunft (oder im Ungewissen) liegt, steht sie im Englischen im Futur. „Ich fahre nächstes Jahr nach Japan“ heißt „I will go to Japan next year“ (und nicht „I go to Japan next year“).
• Das Englische stellt Handlungen und Geschehen in den Vordergrund, nicht so sehr Begriffe, wie es das Deutsche tut. Deshalb ist es besser, wir formulieren im Englischen aktivisch z.B. „We give customers what they want“, nicht etwa „The customers are given what is wanted by them.“

Diese und andere Hilfen und Empfehlungen für ein besseres Geschäftsenglisch finden Sie in unserem Leitfaden „Das kleine 3x3 des Business English“, das Sie kostenlos als pdf herunterladen können. Unter dem Menüpunkt „Downloads" finden Sie auch unsere anderen Leitfäden „Das kleine 3x3 der Kommunikation“, „Das kleine 3x3 der Krisenkommunikation“ und „Das kleine 3x3 der Rhetorik“ auf Deutsch und Englisch.